Kirschlorbeer schneiden

Richtiges Schneiden des Kirschlorbeers

Kirschlorbeer oder genauer die Lorbeerkirsche gehört zur Familie der Rosengewächse und kommt ursprünglich aus Kleinasien. Ihr Name ist zurückzuführen auf die kirschartigen Steinfrüchte und lorbeerähnlichen Blätter. Diese beliebte Gartenpflanze mit dem immergrünen Gehölz ist eher selten als ungeschnittene Solitärpflanze zu sehen, sondern wird meistens ganz bewusst als Hecke angepflanzt.

Kirschlorbeer wächst vergleichsweise ziemlich schnell, und die Pflanze ist im Einkauf sogar recht günstig. Daher ist Kirschlorbeer immer auch dann beliebt, wenn Gärten z. B. ganz neu angelegt werden. Als Heckenpflanze ist er auch deshalb quasi ideal, weil es sich hier um eine immer grüne Pflanze handelt. Bezüglich ihres Standortes ist die Pflanze nicht besonders anspruchsvoll. Kirschlorbeer gedeiht an schattigen, halbschattigen sowie auch an sehr sonnigen Plätzen.

Wie oben bereits erwähnt ist der jährliche Zuwachs von ca. 40 cm recht beachtlich, daher braucht die Pflanze einen regelmäßigen Schnitt. Ohne diese Pflege würden einige Kirschlorbeersorten eine Wuchshöhe von über 4 Metern erreichen. Im Allgemeinen ist Kirschlorbeer aber pflegeleicht und lässt sich auch problemlos schneiden.

Wann und wie oft sollte Kirschlorbeer geschnitten werden?

Eigentlich gibt es dazu kaum Beschränkungen. Allein bei Frost und genau in ihrer Blütezeit kann sich ein Schnitt ungünstig auswirken. Optimal ist der Zeitraum von Ende Februar bis in den Juni hinein. Ideal ist sogar ein Schneiden direkt nach der Blüte, denn auf diese Weise hat die Pflanze genug Zeit, um gute Blütenansätze für das nächste Jahr zu bilden. Ansonsten bestimmt natürlich der Zweck auch die Vorgehensweise, d. h., eine wohlgeformte Hecke muss selbstverständlich dann auch etwas öfter in Form gebracht werden.

Natürlich haben wir in Deutschland manchmal auch sehr strenge Winter. Bei Temperaturen unter -20°C erfrieren fast alle Blätter und sogar auch ein Teil der (kleineren) Äste. Bei solchen Frostschäden muss man dann im Frühjahr recht beherzt zurückschneiden. Nur so kann sich Kirschlorbeer nach längerer Zeit wieder erholen. In ganz extremen Fällen muss man die Pflanze sogar konsequent sehr bodennahe abschneiden (auf Stock setzen), was übrigens auch für einen krankheitsbedingten Befall der Pflanze gilt.
Aber auch schon bei geringerem Frost kann die Pflanze zumindest teilweise Schaden erleiden. Auch in diesem Fall können einzelne Äste Frostschäden aufweisen und sind zu entfernen, um die Neuanlage gesunder Äste zu befördern. Gerade diesen „Reparaturschnitt“ erledigt man am Besten im Frühjahr direkt nach der Blüte.
Eine Kirschlorbeerhecke, die sehr kurz gestutzt aussehen soll, erreicht man durch einen Schnitt kurz vor dem Austriebbeginn.
Wer möglichst mit einem Schnitt pro Jahr auskommen möchte, um damit eine einigermaßen eingekürzte Hecke zu erreichen, bewerkstelligt den Schnitt am Besten jeweils im Juni.
Es gibt Jahre mit besonders starkem Wuchs beim Kirschlorbeer. In diesen besonderen Jahren ist ein Schnitt im Frühjahr und im Herbst zu empfehlen.

Die richtige Schneidetechnik

Auch beim Schnitt ist der Kirschlorbeer eigentlich nicht zimperlich und nimmt fast jede Behandlung an. Das Gehölz treibt irgendwann sozusagen zuverlässig wieder aus. Eine Heckenschere, egal ob mechanisch oder elektrisch, ist übrigens eher ungeeignet, weil es nicht gut ist, alle Blätter in der Mitte durchzuschneiden. Auch zerfleddern dabei die Blattstümpfe. Im Netz findet man übrigens recht interessante Videos zum Thema Heckenschnitt. Einer dieser „Lehrfilme“ zeigt z. B., wie man mit einem umfunktionierten Rasenmäher über die Hecke elegant dahin gleitet, zum Nachmachen aber eher weniger empfohlen.

Es ist immer besser, den Kirschlorbeer mit der Hand zu schneiden. Dazu verwendet man eine scharfe und qualitativ hochwertige Gartenschere, die man ungefähr ein bis zwei Zentimeter oberhalb des Blattansatzes ansetzt.

Bei altem Kirschlorbeer darf man gern auch mal paar ältere, dickere Triebe weiter unten absägen, damit mehr Licht in die innere Region eindringen kann und sich so dort neue Triebe überhaupt entwickeln können. Auf diese Weise verjüngt sich die alte Hecke zu neuem, frischen Grün.

Bei sehr jungen Pflanzen kann man die jährigen Neutriebe ca. um die Hälfte kürzen, um durch die erzwungene Verzweigung eine dichte Heckenbildung zu erwirken. Macht man dies nicht, gehen die Neutriebe nur zu schnell in die Höhe, wodurch die Hecke ausgedünnt und durchsichtig erscheinen würde.

Beim Heckenschnitt beginnt man am Besten etwas schräg an den Seiten, um eine gewisse „Verjüngung“ nach oben zu erreichen. Bei genau senkrechtem Schnitt verkümmern oft die unteren Zweige. Im oberen Bereich kann man rein optisch einen ungefähr geraden Schnitt hinkriegen. Auch wenn man hierbei an der einen oder anderen Stelle etwas daneben liegt, gleicht der schnelle Wuchs jede Unebenheit bald aus.

Wer z. B. einen alten Garten übernimmt mit einer Lorbeerkirschhecke, die schon sehr lange nicht geschnitten wurde, sollte beim Rückschnitt nicht zu rabiat vorgehen. Wenn man dabei nämlich zu viel laubtragende Äste entfernt, kann man die Pflanze dadurch an ihrem eigenen Chlorophyll „ersticken“.

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